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Richtige Datenfresser

Fortnite, Call of Duty & Co: Wie Live-Service-Games massive Downloads einfordern und deine Festplatte belasten

Live-Service-Games wie Fortnite und CoD bringen unendliche Updates, doch zu welchem Preis? Wir zeigen dir, wie hoch der jährliche Datenverbrauch wirklich ist.

Artikel von Markus Bauer +

Wer heute ein modernes Multiplayer-Spiel spielt, kommt um Live Service Games-Konzepte kaum noch herum. Fortnite, Call of Duty, Apex Legends oder Destiny 2 (und wie sie alle heißen): Sie alle setzen auf regelmäßige Inhaltsupdates, neue Spielmodi, Events und kosmetische Items. Für die Entwickler ist dieses Modell ein Erfolgsrezept. Für dich als Spieler? Immer öfter eine Geduldsprobe und eine Belastung für Internetleitung und Festplatte.

Während früher ein Spiel auf Cartridges oder CDs installiert wurde und nur ab und zu ein kleiner Patch nötig war, mutieren heutige Updates zu richtigen Mammut-Downloads. Wer regelmäßig spielt, lädt nicht nur einmal pro Woche ein paar Megabyte – sondern mehrere Gigabyte. Immer und immer wieder. Ein wenig frustriert das schon, vor allem wenn man nicht die schnellste Internetverbindung hat.

Wie Fortnite dich regelmäßig zur Datenlast zwingt

Fortnite ist das Paradebeispiel für die moderne Update-Maschinerie. Seit dem Start im Jahr 2017 hat sich das Spiel nicht nur optisch massiv weiterentwickelt, sondern auch technisch. Neue Engine-Features, Crossover-Events mit Star Wars, Marvel und Co sorgen für permanente Bewegung und für gewaltige Datenmengen.

Ein durchschnittliches Fortnite-Update liegt inzwischen bei etwa 4 bis 8 GB. Bei größeren Übergängen wie dem Start eines neuen Kapitels oder einer neuen Season musst du sogar mit 12 bis 25 GB rechnen. Was sagt uns das? Im Laufe eines Jahres summiert sich das auf weit über 150 GB. Und das ist nur der Download. Entpackt und installiert braucht Fortnite inzwischen zwischen 40 und 50 GB auf deiner Festplatte. Und das, obwohl Epic zwischendurch den Client sogar verkleinert hatte, um das Spiel für mehr Nutzer zugänglich zu machen.

Hinzu kommt: Viele dieser Updates sind Pflicht. Du kannst Fortnite ohne aktuelle Version gar nicht spielen. Wer also mehrere Wochen pausiert, muss mit einem satten Patch-Marathon rechnen, bevor er wieder ins Spielgeschehen einsteigen darf. Und solche Updates können dauern.

Fortnite Disney - Bild: Epic Games

Fortnite ist seit 2017 ein Dauerbrenner, allerdings werden auch die Updates immer massiver! – Bild: Epic Games

Call of Duty: König der Gigabyte in Sachen Live Service Games

Wenn du denkst, Fortnite sei schlimm, dann wirf einen Blick auf Call of Duty. Insbesondere Warzone und die neuen Ableger stehen für riesige Update-Pakete. Activision veröffentlicht fast monatlich große Season-Updates, die nicht selten 30 bis 45 GB wiegen. Selbst kleinere Hotfixes kommen oft mit 10 oder 15 GB daher.

Aufs Jahr gesehen sprechen wir hier schnell von 200 bis 300 GB an Daten, die ein aktiver Spieler herunterladen muss. Das ist mehr, als viele komplette Spiele jemals benötigen. Und auch die Installation ist kein Spaß: Call of Duty belegt oft über 100 GB Speicherplatz – pro Titel. Wenn du also Modern Warfare III, Warzone und vielleicht noch Black Ops 6 installiert hast, ist deine SSD schnell voll, vor allem auf Spielkonsolen wie der PS5. Die Standard-PS5 hat nur 667 GB nutzbaren Speicher. Zwei bis drei große Live-Service-Spiele können da schon ausreichen, um ans Limit zu stoßen. Und nicht jeder möchte oder kann gleich eine zusätzliche SSD einbauen.

Schlimmer noch: Viele der Downloads ersetzen nicht nur kleine Dateien, sondern ganze Datenpakete. Das bedeutet, dass selbst minimale Änderungen, etwa an der Balance einer Waffe, riesige Downloads auslösen können. Technisch wäre das vermeidbar, aber es scheint bei vielen Publishern keine Priorität zu haben. Es ist ihnen schlichtweg egal.

Call of Duty: Black Ops 6 - Bild: Activision

Call of Duty: Black Ops 6 – Bild: Activision

Live Service Games: Was könnten die Entwickler besser machen?

Das Frustpotenzial ist hoch, und eigentlich müsste sich daran etwas ändern. Technisch wäre das möglich: So könnten viele Updates per sogenanntem „Delta-Patching“ erfolgen, also nur die Teile ersetzen, die sich wirklich verändert haben. Auch bessere Komprimierung oder ein optionaler Download bestimmter Inhalte (z. B. nur Multiplayer oder nur bestimmte Maps) wären denkbar.

Einige Studios setzen bereits auf solche Systeme. Doch gerade bei den großen Marken ist davon wenig zu spüren. Stattdessen wächst mit jedem Update nicht nur der Umfang des Spiels, sondern auch die Belastung für die Spieler. Immerhin sind große Downloads auch oft mit großen Wartezeiten verbunden.

Live-Service-Games bieten jede Menge Inhalte, Abwechslung und Community-Events, das ist unbestritten und möchte ich auch gar nicht abstreiten. Doch die Kehrseite wird immer deutlicher: Wer regelmäßig spielt, lädt pro Jahr hunderte Gigabyte herunter und braucht enorm viel Speicherplatz. Spätestens wenn das nächste „kleine“ Patch wieder 30 GB wiegt, stellt sich die Frage: Wie lange machen wir das eigentlich noch mit? Und wann ziehen Entwickler endlich Konsequenzen aus dem wachsenden Frust der Community?

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