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Hardware-Vergleich

Steam Machine schwächer als PS5 Pro und trotzdem teurer?

Die neue Steam Machine soll weniger Power als PS5 Pro bieten, könnte aber teurer werden. Lohnt sich Valves PC-Konsole überhaupt?

Artikel von dailygame +

Die neue Steam Machine sorgt schon vor dem offiziellen Marktstart für hitzige Diskussionen. Auf dem Papier klingt das Konzept spannend: ein PC im Konsolenformat für das Wohnzimmer, direkt auf Steam ausgelegt. Doch je mehr Details zu Leistung und möglichem Preis auftauchen, desto größer wird die Frage: Für wen ist dieses Gerät eigentlich gedacht? Denn im direkten Vergleich mit der PS5 Pro wirkt die Hardware der Steam Machine überraschend zurückhaltend.

Laut den bisher bekannten technischen Daten soll die Steam Machine mit einer 28 Compute Unit GPU arbeiten, während die PS5 Pro mit rund 60 CUs deutlich stärker aufgestellt ist. Auch die Xbox Series X liegt mit über 50 CUs klar darüber. Das ist kein kleiner Unterschied, sondern fast eine andere Leistungsklasse. Mehr „Compute Units“ bedeuten in der Regel bessere Grafik, höhere Auflösungen oder stabilere Bildraten. Wer also erwartet, dass die Steam Machine moderne Spiele auf „Konsolen-Topniveau“ (von 2020) stemmt, könnte enttäuscht werden.

Auch bei der CPU sieht es ähnlich aus. Die Steam Machine soll mit sechs Kernen arbeiten, während PS5 Pro und Xbox Series X auf acht Kerne setzen. Mehr Kerne bedeuten bessere Multitasking-Fähigkeit, wichtig für große Open Worlds wie u.a. das kommende GTA 6, KI, Physik und Hintergrundprozesse. Kurz gesagt: Rein technisch ist die Steam Machine keine High-End-Konsole, sondern eher ein Mittelweg zwischen Konsole und kompaktem Gaming-PC.

Steam Machine vs. PS5 Pro – Ein Hardware-Vergleich

Wirklich brisant wird es beim Thema Preis. Offiziell ist noch nichts bestätigt, aber aus mehreren Richtungen heißt es, dass Valve intern mit einem Konsolen-ähnlichen Preis experimentiert habe. Die Rede war wohl von rund 500 Euro, doch diese Idee soll intern nicht besonders gut angekommen sein. Jetzt kursieren Zahlen zwischen 700 und 1000 Euro. Und genau hier beginnt das Problem.

Eine PS5 Pro liegt bereits im oberen Preisbereich, bietet aber deutlich stärkere Grafikleistung. Wer also nur nach Performance pro Euro schaut, bekommt bei Sony mehr Hardware fürs Geld. Damit steht die Steam Machine vor einem Identitätsproblem: Zu teuer für eine klassische Konsole. Zu schwach für einen echten High-End-Gaming-PC.

Die aktuell "beste" Konsole für das Wohnzimmer: PlayStation 5 Pro (PS5 Pro)

Die aktuell „beste“ Konsole für das Wohnzimmer: PlayStation 5 Pro (PS5 Pro) – Bild: Sony Interactive Entertainment

Konsole oder PC-Ersatz?

Der Knackpunkt ist, wie man dieses Gerät überhaupt einordnet. Valve zielt offensichtlich nicht direkt auf PlayStation oder Xbox, sondern auf Spieler, die einen einfachen, wohnzimmertauglichen PC wollen. Kein Windows installieren, kein Zusammenbauen, einfach anschließen und loslegen, aber mit Zugriff auf die riesige Steam-Bibliothek. Das ist das Hauptargument. Und dabei bleibt es auch.

Wer einen „High-End-Gaming-PC“ zusammenschrauben möchte, muss derzeit ohnehin tiefer in die Tasche greifen als je zuvor. Mit absurden RAM-Preisen und GPU-Mangel macht das aktuell keine Freude. Die Frage die sich also stellt, soll ich mir eine PS5 Pro oder eine Steam Machine ins Wohnzimmer stellen?

Kategorie Steam Machine PlayStation 5 Pro Was heißt das in der Praxis?
Positionierung PC im Konsolenformat Konsole Steam Machine wirkt eher wie „Wohnzimmer-PC“, PS5 Pro wie klassische Konsole.
GPU (Compute Units) 28 CU 60 CU PS5 Pro hat deutlich mehr Grafik-Headroom für höhere Auflösung/Details oder stabilere FPS.
GPU-Leistungsaufnahme ca. 140 W ca. 220 W Mehr Watt kann mehr Leistung bedeuten – aber auch mehr Abwärme/Anspruch an Kühlung.
CPU-Kerne 6 Kerne 8 Kerne PS5 Pro ist bei CPU-lastigen Szenen (Open Worlds, KI, Physik) im Vorteil.
Arbeitsspeicher 16 GB DDR5-RAM 16 GB GDDR6 + 2 GB DDR5 Die PS5 Pro nutzt mit 16 GB GDDR6 einen deutlich schnelleren, grafikoptimierten Speicher plus 2 GB DDR5 für Systemaufgaben.
Speicher (Storage) 512 GB bzw. 2 TB (erweiterbar) 2 TB Beide setzen auf schnelle SSD-Loadtimes; genaue Unterschiede hängen von finalen Specs der Steam Machine ab.
Preis ca. 700 bis 1000 Euro (Gerüchte) ca. 729 Euro Wenn Steam Machine wirklich teurer wird, muss sie das über Komfort/Steam-Vorteile rechtfertigen.
Game-Bibliothek Steam (riesig, viele Indie-/PC-Titel) PlayStation Store + Exklusive Titel Steam punktet mit PC-Katalog/Deals, PS5 Pro mit First-Party-Ökosystem & Konsolen-Optimierung.
Upgrades PC-typisch bis 8 TB erweiterbar Falls Valve Aufrüstbarkeit erlaubt, wäre das ein echter Vorteil – ist aber noch unklar.
Wichtigster Haken Leistung deutlich unter PS5 Pro klares Konsolenprofil Steam Machine steht und fällt damit, ob Preis, Software-Erlebnis und Nutzen klar überzeugen.

Wenn ich meinen 4K-Ultra-High-End-Fernseher ausreizen möchte, dann sollte ich mir eine PS5 Pro oder Xbox Series X kaufen, vor allem vor dem Release von GTA 6. Dafür bezahlt man jedoch monatliche Kosten für Online-Gaming und muss damit rechnen, dass viele Games teurer sind, wie am PC-Markt. So einfach ist die Rechnung?

Die Steam Machine erscheint im März 2026. Ein großer Game-Changer könnte Half-Life 3 sein, wenn es wirklich kommt. - Bild: Valve

Die Steam Machine erscheint im März 2026. Ein großer Game-Changer könnte Half-Life 3 sein, wenn es wirklich kommt. – Bild: Valve

Leistung ist nicht alles, aber sie zählt

Natürlich entscheidet nicht nur rohe Hardware über Erfolg oder Misserfolg. Benutzerfreundlichkeit, Preis-Leistung, Spielebibliothek und Komfort spielen eine riesige Rolle. Steam als Plattform ist extrem stark, das Ökosystem riesig.

Die Steam Machine ist ein spannendes Konzept, aber riskant positioniert. Weniger Leistung als PS5 Pro, aber möglicherweise ein höherer Preis, das könnte den Verkauf schwierig machen. Valve ist schon einmal mit seinen „Steam Machines“ gescheitert. Ob Valve hier einen cleveren neuen Markt schafft oder ein Gerät bringt, das zwischen allen Stühlen sitzt, wird sich erst nach dem Launch zeigen. Klar ist nur: Der Preis wird alles entscheiden. Die rohe Hardware-Leistung gegenüber PS5 Pro (und Xbox Series X) ist es jedenfalls nicht.

Dieser Artikel erschien zuerst auf DailyGame.at.

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