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Das solltest du wissen

Welche Bitrate fürs Streaming? 720p, 1080p und 1440p erklärt

Eine höhere Bitrate bedeutet nicht automatisch einen besseren Stream. Wir erklären dir, wie viel Upload du wirklich brauchst und welche Werte zu Auflösung und FPS passen.

Artikel von Markus Bauer +

Die Bitrate gehört zu den wichtigsten Einstellungen beim Livestreaming. Gleichzeitig wird kaum ein Wert so häufig missverstanden. Viele Streamer denken zunächst: Je höher die Bitrate, desto besser sieht mein Stream aus. Technisch steckt darin ein wahrer Kern, in der Praxis kann eine zu hohe Bitrate deinen Stream aber sogar schlechter machen.

Entscheidend ist, dass Auflösung, Framerate, Codec, Internetleitung und Streaming-Plattform zusammenpassen.

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Was bedeutet Bitrate beim Streaming?

Die Bitrate beschreibt vereinfacht gesagt, wie viele Daten dein Encoder pro Sekunde an die Streaming-Plattform überträgt. Beim Livestreaming wird sie üblicherweise in kbit/s oder Mbit/s angegeben. 6.000 kbit/s entsprechen beispielsweise ungefähr 6 Mbit/s.

Je mehr Daten für ein Bild zur Verfügung stehen, desto weniger aggressiv muss das Video komprimiert werden. Das kann zu einem schärferen Bild und weniger sichtbaren Kompressionsartefakten führen. Das bedeutet allerdings nicht, dass 20.000 kbit/s automatisch besser als 8.000 kbit/s sind. Deine Plattform muss diese Bitrate akzeptieren und deine Internetleitung muss sie dauerhaft stabil übertragen können.

Warum schnelle Spiele mehr Bitrate brauchen

Ein relativ statisches Bild lässt sich effizient komprimieren. Wenn du beispielsweise vor einer Kamera sitzt und dich nur wenig bewegst, verändern sich große Teile des Bildes kaum. Bei einem schnellen Shooter sieht das völlig anders aus. Die Kamera bewegt sich permanent, Partikeleffekte erscheinen, Gegner laufen durchs Bild und praktisch jeder Frame unterscheidet sich vom vorherigen.

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Der Encoder muss dadurch wesentlich mehr neue Informationen unterbringen. Deshalb sehen besonders schnelle Games bei niedriger Bitrate häufig matschig oder blockig aus, obwohl Menüs und ruhige Szenen gestochen scharf erscheinen.

Auflösung und FPS bestimmen den Datenbedarf

1080p60 benötigt bei vergleichbarer Bildqualität mehr Daten als 720p30. Das ist logisch: Eine höhere Auflösung besitzt mehr Pixel und 60 FPS bedeuten doppelt so viele Einzelbilder wie 30 FPS.

Wenn deine verfügbare Bitrate begrenzt ist, kann deshalb eine niedrigere Auflösung manchmal sogar besser aussehen. Ein sauber komprimierter 720p60-Stream kann bei schneller Bewegung angenehmer aussehen als 1080p60, dem nicht genügend Bitrate zur Verfügung steht.

Wie viel Bitrate braucht YouTube?

YouTube unterscheidet seine Empfehlungen nach Auflösung, Framerate und Codec. Für 1080p60 nennt YouTube bei AV1 oder H.265 derzeit einen Bereich von ungefähr 4 bis 10 Mbit/s. Bei H.264 liegt die empfohlene Bitrate für 1080p60 bei 12 Mbit/s.

Für 1440p60 steigt der Bedarf weiter. YouTube nennt bei H.264 rund 24 Mbit/s, während effizientere Codecs mit niedrigeren Datenraten arbeiten können. Das zeigt sehr gut, warum du Bitraten niemals ohne den verwendeten Codec vergleichen solltest.

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Welche Bitrate benötigst du bei Kick? - Bild: KI geniert

Welche Bitrate benötigst du bei Kick? – Bild: KI geniert

Wie viel Bitrate erlaubt Kick?

Kick erlaubt aktuell maximal 8.000 kbit/s. Für 1080p60 nennt die Plattform ungefähr 6.000 bis 8.000 kbit/s als Orientierung. Bei 720p60 sind ungefähr 3.500 bis 5.000 kbit/s vorgesehen.

Kick verwendet für klassische Encoder-Verbindungen derzeit H.264 beziehungsweise x264 und verlangt CBR. Einfach 15.000 kbit/s in OBS einzutragen bringt dort deshalb keinen Qualitätsvorteil. Der Stream entspricht dann nicht mehr den Plattformvorgaben.

Wie viel Upload brauchst du?

Die größte Falle ist deine Internetverbindung. Wenn ein Geschwindigkeitstest 10 Mbit/s Upload anzeigt, solltest du nicht automatisch mit 10 Mbit/s streamen. Dein Netzwerk benötigt Reserve.

Neben OBS können auch Discord, Cloud-Synchronisierung, Browser, andere Geräte oder kurzfristige Schwankungen der Internetverbindung Upload benötigen. YouTube empfiehlt deshalb, die Stream-Bitrate etwa 20 Prozent unter der verfügbaren Uploadbandbreite zu halten.

Kick geht noch konservativer vor und empfiehlt als allgemeine Faustregel eine Uploadgeschwindigkeit von mindestens dem Doppelten deiner Stream-Bitrate. Für einen 6.000-kbit/s-Stream wären damit ungefähr 12 Mbit/s stabiler Upload eine gute Ausgangsbasis.

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LAN ist besser als WLAN

Beim normalen Surfen fällt ein kurzer WLAN-Einbruch kaum auf. Bei einem Livestream kann er sofort zu verlorenen Frames führen. Wenn möglich, würde ich einen Streaming-PC deshalb per Ethernet-Kabel mit dem Router verbinden. Kick empfiehlt bei Problemen mit Lag oder Buffering ebenfalls eine kabelgebundene Verbindung, weil sie normalerweise stabiler als WLAN arbeitet.

Was bedeutet CBR?

Für Livestreaming solltest du üblicherweise CBR verwenden. CBR steht für Constant Bitrate. Der Encoder versucht dadurch, kontinuierlich ungefähr dieselbe Datenmenge pro Sekunde zu übertragen. Das ist für Streaming-Plattformen leichter vorhersehbar als stark schwankende Datenraten.

YouTube empfiehlt CBR in seinen Encoder-Einstellungen. Kick verlangt CBR ausdrücklich.

Mehr Bitrate löst nicht jedes Qualitätsproblem

Wenn dein Stream schlecht aussieht, solltest du nicht automatisch die Bitrate erhöhen.

Das Problem kann auch an anderen Stellen liegen:

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  • zu hohe Ausgabeauflösung
  • ungeeigneter Encoder
  • zu wenig freie GPU-Leistung
  • schlechte Encoder-Einstellungen
  • instabile Internetverbindung
  • falscher Codec
  • extrem schnelle Bildbewegungen

Gerade bei Spielen mit sehr viel Bewegung kann eine etwas niedrigere Auflösung sinnvoller sein als eine höhere Auflösung mit derselben begrenzten Bitrate.

Welche Bitrate würde ich auswählen?

Für einen neuen Stream würde ich nicht mit dem maximal möglichen Wert beginnen. Starte etwas darunter und überprüfe anschließend OBS sowie die Streaming-Plattform auf verlorene Frames und Verbindungsprobleme. Erst wenn dein Stream über längere Zeit stabil läuft, kannst du die Qualität schrittweise erhöhen.

Ein stabiler Stream mit 6.000 kbit/s ist immer besser als ein Stream mit 8.000 kbit/s, der alle paar Minuten Frames verliert. Die richtige Bitrate ist keine einzelne magische Zahl. Sie hängt von Plattform, Codec, Auflösung, Framerate und vor allem deiner tatsächlichen Uploadgeschwindigkeit ab.

Nutze die Empfehlungen deiner Plattform als Ausgangspunkt, lass deiner Internetleitung ausreichend Reserve und teste deinen Stream unter realistischen Bedingungen. Mehr Bitrate ist nur dann besser, wenn dein gesamtes Setup diese Datenmenge zuverlässig verarbeiten kann.

Dieser Artikel bzw. Bilder wurde/n mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt, jedoch vor der Veröffentlichung von einem Menschen überprüft.

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