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Dein Mikro klingt im Stream schlecht? Diese OBS-Filter machen einen überraschend großen Unterschied

Rauschen, Lautstärkesprünge und Clipping lassen sich in OBS oft beheben, ohne dass du sofort ein neues Mikrofon brauchst.

Artikel von Markus Bauer +

Ein guter Stream braucht kein 300-Euro-Mikrofon. Natürlich hat die Hardware Einfluss auf den Klang, doch erstaunlich oft liegt das eigentliche Problem bei den Einstellungen. Ein zu hoher Pegel, PC-Lüfter im Hintergrund oder starke Lautstärkeunterschiede können selbst ein gutes Mikrofon ziemlich schlecht klingen lassen.

OBS Studio bringt dafür bereits mehrere Audiofilter mit. Richtig eingesetzt können Noise Suppression, Kompressor und Limiter deine Stimme deutlich sauberer und gleichmäßiger machen. Wichtig ist allerdings, nicht einfach jeden verfügbaren Filter einzuschalten.

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Die beste Ausgangsbasis bleibt ein möglichst sauberes Eingangssignal. OBS empfiehlt in seinem aktuellen Audio-Mixer-Guide ebenfalls, die Lautstärke möglichst früh in der Signalkette einzustellen, also zunächst direkt am Mikrofon oder Audiointerface und erst anschließend innerhalb von OBS. Das erklärt OBS im offiziellen Audio-Mixer-Guide.

Erst den Mikrofonpegel richtig einstellen

Bevor du dich mit Filtern beschäftigst, sprich einige Sekunden genau so in dein Mikrofon, wie du es während eines Streams tun würdest. Also nicht absichtlich besonders ruhig und auch nicht direkt hineinbrüllen.

Im OBS-Audiomixer sollte deine Stimme deutlich ausschlagen, aber nicht permanent bis ans obere Ende wandern. OBS unterteilt seine Pegelanzeige in grüne, gelbe und rote Bereiche. Sprache sollte laut der offiziellen Dokumentation normalerweise im oberen gelben Bereich liegen und darf bei Spitzen den unteren roten Bereich erreichen.

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Problematisch wird es, wenn dein Signal die digitale Obergrenze erreicht. Dann entsteht Clipping. Die Aufnahme klingt verzerrt und diese verlorenen Informationen kannst du anschließend nicht einfach mit einem Filter zurückholen.

PC-Lüfter im Hintergrund? Noise Suppression hilft

Eine der praktischsten Funktionen ist die Geräuschunterdrückung. Du findest sie beim Mikrofon über Filter → Geräuschunterdrückung.

OBS beschreibt Noise Suppression vor allem als Lösung für leichte und gleichmäßige Hintergrundgeräusche. Dazu gehören beispielsweise PC-Lüfter oder ein konstantes Grundrauschen. Ein lautes Zimmer voller Menschen wird dadurch dagegen nicht plötzlich zum Tonstudio. OBS erklärt die Grenzen der Geräuschunterdrückung hier ausführlicher.

Standardmäßig steht unter anderem RNNoise zur Verfügung. Laut OBS liefert RNNoise eine höhere Qualität als Speex, benötigt dafür allerdings mehr CPU-Leistung. Auf einem modernen Gaming-PC würde ich deshalb zuerst RNNoise ausprobieren.

Wichtig: Hör dir deine Stimme danach selbst an. Eine zu aggressive Geräuschunterdrückung kann Sprache unnatürlich oder teilweise abgeschnitten klingen lassen.

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Noise Gate oder Expander gegen Tastatur und Atemgeräusche

Wenn du nicht sprichst, möchtest du vermutlich nicht hören, wie deine Tastatur klappert oder der PC vor sich hin rauscht. Dafür kannst du einen Noise Gate beziehungsweise einen Expander verwenden.

Ein Noise Gate schließt das Audiosignal unterhalb eines bestimmten Pegels praktisch vollständig. Das funktioniert gut, kann aber problematisch werden, wenn deine Stimme leiser wird. Dann verschwinden plötzlich Wortanfänge oder Satzenden.

Ich würde deshalb eher mit einem Expander beginnen. OBS beschreibt ihn als weichere Alternative zum klassischen Gate. Leise Geräusche werden reduziert, ohne dass das Mikrofon abrupt vollständig geöffnet und geschlossen wird. Laut OBS eignet sich der Expander unter anderem für Lüfter, Maus- und Tastaturgeräusche sowie Atemgeräusche.

Genau hier solltest du keine Werte aus irgendeinem YouTube-Video blind übernehmen. Deine Stimme, dein Mikrofon und dein Raum sind anders. Stell den Schwellenwert so ein, dass Hintergrundgeräusche reduziert werden, deine leiseren Wörter aber erhalten bleiben.

Der Kompressor rettet dich beim nächsten Schreckmoment

Wer Games streamt, spricht nicht permanent gleich laut. Du erklärst gerade ruhig etwas und wenige Sekunden später springt dir in einem Horrorspiel irgendetwas ins Gesicht. Genau dann wird aus normaler Sprache schnell ein Schrei.

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Hier kommt der Kompressor ins Spiel. Er reduziert automatisch besonders laute Signalanteile, sobald ein festgelegter Schwellenwert überschritten wird.

OBS nennt genau solche Situationen als typisches Einsatzgebiet. Ein Mikrofon kann bei normaler Sprache sauber eingestellt sein, bei einem plötzlichen lauten Ausruf aber Richtung Clipping springen. Der Kompressor reduziert diesen Pegel automatisch und kehrt anschließend wieder zur normalen Lautstärke zurück. Die einzelnen Einstellungen erklärt OBS in seiner Compressor-Dokumentation.

Besonders wichtig sind Threshold und Ratio. Der Threshold bestimmt, ab welcher Lautstärke der Kompressor eingreift. Die Ratio legt fest, wie stark Signale oberhalb dieser Grenze reduziert werden.

Du kannst damit sogar dein Spiel automatisch leiser machen

Der Kompressor hat noch einen ziemlich praktischen Trick: Sidechain beziehungsweise Ducking.

Dabei liegt der Kompressor beispielsweise auf deinem Desktop-Audio und verwendet dein Mikrofon als Signalquelle. Sobald du sprichst, wird das Spiel automatisch etwas leiser. Hörst du auf zu sprechen, steigt die Lautstärke wieder an.

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Das kann besonders bei Streams mit lauten Games oder Musik hilfreich sein. Deine Zuschauer müssen dann nicht ständig zwischen kaum verständlicher Stimme und plötzlich viel zu lautem Gameplay wechseln.

Ich würde den Effekt allerdings eher dezent einsetzen. Wenn das Spiel bei jedem Wort hörbar nach unten und wieder nach oben springt, wirkt das schnell unnatürlich.

Der Limiter gehört ganz ans Ende

Ein Filter darf meiner Meinung nach bei einem Streaming-Mikrofon fast nie fehlen: der Limiter.

Er funktioniert wie ein Sicherheitsnetz. Überschreitet dein Audiosignal einen festgelegten maximalen Pegel, lässt der Limiter es nicht weiter ansteigen.

OBS beschreibt den Limiter als speziellen Kompressor mit extrem schneller Reaktion und sehr hoher Ratio. Seine Hauptaufgabe ist es, Clipping und damit hörbare Verzerrungen zu verhindern. OBS empfiehlt ausdrücklich, den Limiter als letzten Filter der Kette zu verwenden.

Das ist wichtig. Würdest du danach beispielsweise noch einen Gain-Filter einsetzen und das Signal wieder anheben, könntest du die gerade gesetzte Begrenzung erneut überschreiten.

Mehr Gain ist nicht automatisch besser

Ist dein Mikrofon zu leise, besitzt OBS zusätzlich einen Gain-Filter. Den würde ich allerdings nicht als erste Lösung verwenden.

Ein digitaler Gain hebt nicht nur deine Stimme an. Rauschen und andere unerwünschte Geräusche werden ebenfalls lauter.

OBS empfiehlt deshalb ebenfalls, die Verstärkung wenn möglich bereits an der Quelle vorzunehmen. Besitzt dein Mikrofon oder Audiointerface einen eigenen Gain-Regler, solltest du dort beginnen. Der OBS-Gain-Filter ist eher für Quellen gedacht, die anschließend noch immer zu leise sind.

Eine gute OBS-Filterkette als Ausgangspunkt

Eine universelle Einstellung für jedes Mikrofon gibt es nicht. Als Ausgangspunkt für einen Gaming-Stream würde ich die Filter aber ungefähr so aufbauen:

  • Noise Suppression: gegen konstantes Hintergrundrauschen
  • Kompressor: gegen große Lautstärkesprünge
  • Expander: reduziert leise Hintergrundgeräusche zwischen deinen Worten
  • Limiter: als letzter Schutz vor zu hohen Pegelspitzen

Die genaue Reihenfolge kann je nach gewünschtem Ergebnis angepasst werden. OBS selbst empfiehlt beispielsweise den Kompressor eher am Anfang der Filterkette, den Expander nach Kompression und Effekten sowie den Limiter ausdrücklich am Ende.

Du brauchst außerdem nicht zwangsläufig alle Filter. Wenn dein Raum ruhig ist, kann eine aggressive Geräuschunterdrückung mehr schaden als helfen.

Das Spiel muss leiser sein als deine Stimme

Ein perfekt gefiltertes Mikrofon bringt dir wenig, wenn das Spiel deine Stimme übertönt. Besonders Explosionen, Musik und Zwischensequenzen können deutlich lauter sein als normales Gameplay.

OBS empfiehlt im Audio-Mixer-Guide, Sprache deutlich über Hintergrundmusik und anderen Inhalten zu positionieren. Interessant ist dabei ein Hinweis der Entwickler: Computergenerierte Sounds können für Zuschauer subjektiv lauter wirken als deine Stimme, selbst wenn beide Pegel in der Anzeige ähnlich aussehen.

Statt dein Mikrofon immer weiter aufzudrehen, solltest du deshalb häufig lieber das Spiel etwas leiser machen.

Mach diese eine Sache vor deinem nächsten Stream

Starte eine Testaufnahme.

Das klingt banal, ist aber wahrscheinlich die schnellste Methode, dein Audio zu verbessern. OBS empfiehlt selbst ausdrücklich, vor dem ersten Stream einige Minuten aufzunehmen und das Ergebnis anschließend anzuhören.

Sprich normal, werde einmal bewusst laut, tippe auf deiner Tastatur und spiele anschließend ein paar Minuten. Hör dir die Aufnahme danach mit Kopfhörern an.

Dabei bemerkst du sofort Dinge, die während des Streamens kaum auffallen: zu lautes Gameplay, hörbare Tastaturanschläge, Pumpen durch zu starke Kompression oder eine Geräuschunterdrückung, die deine Stimme verschluckt.

Du brauchst vielleicht gar kein neues Mikrofon

Ein besseres Mikrofon kann natürlich einen Unterschied machen. Bevor du Geld ausgibst, lohnt sich aber ein Blick auf die vorhandenen Einstellungen.

Ein sauberer Eingangspegel, etwas Noise Suppression, ein vernünftig eingestellter Kompressor und ein Limiter am Ende der Kette können den Klang eines Streams bereits deutlich verbessern.

Mein wichtigster Tipp ist deshalb: Verwende nicht möglichst viele Filter, sondern nur diejenigen, die ein konkretes Problem lösen. Dann klingt deine Stimme meistens natürlicher und deine Zuschauer verstehen dich trotzdem deutlich besser.

Dieser Artikel bzw. Bilder wurde/n mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt, jedoch vor der Veröffentlichung von einem Menschen überprüft.

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