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2.500 MHz versprochen, aber im Spiel stehen nur 1.800 MHz im Overlay?

Grafikkarte taktet nicht hoch? Diese Ursachen verhindern den Boost

Deine GPU sollte eigentlich deutlich höher takten, bleibt beim Spielen aber darunter? Bevor du einen Defekt vermutest, solltest du verstehen, wann eine Grafikkarte überhaupt ihren Boost-Takt erreicht.

Artikel von Markus Bauer +
  • Das Wichtigste in Kürze
  • Der angegebene Boost-Takt ist kein Wert, den deine Grafikkarte dauerhaft halten muss.
  • Bei niedriger GPU-Auslastung ist auch ein niedrigerer Takt völlig normal.
  • Bei 99 Prozent Auslastung und ungewöhnlich niedrigem Takt solltest du Power Limit, Temperatur und Tuning prüfen.

Du kennst den Boost-Takt deiner Grafikkarte. Vielleicht stehen 2.500 MHz im Datenblatt, vielleicht sogar deutlich mehr. Also startest du ein Spiel, öffnest MSI Afterburner oder HWiNFO und erwartest ungefähr diesen Wert. Stattdessen siehst du 1.900 MHz, manchmal 1.700 MHz und sofort stellt sich die Frage: Warum taktet meine Grafikkarte nicht hoch?

Das kann tatsächlich auf ein Problem hindeuten, muss es aber nicht. Moderne Grafikkarten laufen nicht mit einer einzigen festen Taktrate, sondern passen ihren Takt ständig an Last, Temperatur und verfügbare Leistungsaufnahme an. Ein niedrigerer Wert bedeutet deshalb nicht automatisch, dass deine GPU Leistung verschenkt. Entscheidend ist, warum sie niedriger taktet und was gleichzeitig mit Auslastung und FPS passiert.

Was bedeutet der Boost-Takt deiner Grafikkarte eigentlich?

Hier beginnt bereits das erste Missverständnis. Wenn auf einer Grafikkarte beispielsweise ein Boost-Takt von 2.500 MHz angegeben ist, heißt das nicht, dass diese Karte in jedem Spiel konstant mit exakt 2.500 MHz laufen muss. Moderne GPUs verändern Takt und Spannung laufend und versuchen dabei, möglichst viel Leistung innerhalb ihrer vorgesehenen Grenzen herauszuholen.

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NVIDIA bezeichnet dieses Verhalten als GPU Boost. Dabei überwacht die Grafikkarte unter anderem Leistungsaufnahme und Temperatur und passt ihren Takt entsprechend an. AMD arbeitet bei aktuellen Radeon-Grafikkarten nach einem ähnlichen Prinzip und regelt Taktraten, Spannung und Leistungsaufnahme ebenfalls dynamisch.

Du kannst deshalb während einer einzigen Gaming-Session mehrere unterschiedliche Taktraten sehen. In einer anspruchsvollen Szene läuft die GPU vielleicht mit 2.600 MHz, im Menü nur noch mit 1.200 MHz und am Windows-Desktop deutlich darunter. Genau dieses Verhalten ist grundsätzlich normal und spart Strom, Temperatur und Lüfterdrehzahl.

Prüfe zuerst, ob deine Grafikkarte überhaupt ausgelastet ist

Bevor ich Power Limits, Temperaturen oder sogar das Netzteil untersuchen würde, schaue ich zuerst auf die GPU-Auslastung. Wenn deine Grafikkarte nur zu 40 oder 50 Prozent arbeitet und gleichzeitig nicht besonders hoch taktet, muss überhaupt kein Problem vorliegen. Die GPU bekommt in diesem Moment schlicht nicht genug Arbeit, um ihren maximalen Boost zu benötigen.

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Ein typisches Beispiel ist ein FPS-Limit. Dein Spiel ist auf 60 FPS begrenzt, deine Grafikkarte könnte ohne Begrenzung aber vielleicht 140 Bilder pro Sekunde berechnen. Sobald die 60 FPS erreicht sind, gibt es keinen Grund mehr, ständig mit maximalem Takt und entsprechend hoher Leistungsaufnahme zu arbeiten. Die GPU nimmt sich zurück und genau das soll sie in diesem Fall auch tun.

Dasselbe kann bei einem CPU-Limit passieren. Ist der Prozessor nicht schnell genug, um der Grafikkarte neue Arbeit zu liefern, sinkt ihre Auslastung und oft auch der Takt. Wenn deine GPU generell nur bei 40, 50 oder 60 Prozent herumhängt, solltest du deshalb zuerst unseren Ratgeber „GPU-Auslastung niedrig? Diese Ursachen bremsen deine Grafikkarte“ lesen. Dort liegt wahrscheinlich die eigentliche Ursache.

99 Prozent GPU-Auslastung, aber trotzdem viel zu wenig Takt

Interessanter wird es, wenn deine Grafikkarte nahezu vollständig ausgelastet ist. Du siehst 97, 98 oder 99 Prozent GPU-Auslastung, es gibt kein FPS-Limit und trotzdem bleibt der Takt deutlich unter dem Bereich, den du normalerweise von deinem Modell erwarten würdest. Dann möchte die GPU offensichtlich arbeiten, schafft es aber aus irgendeinem Grund nicht, höher zu boosten.

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Für die erste Fehlersuche brauchst du trotzdem keine zwanzig Sensoren gleichzeitig. Ich würde GPU-Takt, GPU-Auslastung, Temperatur und Leistungsaufnahme beobachten. Diese vier Werte reichen meistens schon aus, um zu erkennen, in welche Richtung du weitersuchen solltest. MSI Afterburner und HWiNFO eignen sich dafür sehr gut, bei Radeon-Grafikkarten bekommst du viele dieser Informationen auch direkt über AMD Software: Adrenalin Edition.

GPU unter Last. - Bild: Pexels.com von Matheus Bertelli

GPU unter Last. – Bild: Pexels.com von Matheus Bertelli

Das Power Limit kann den Boost begrenzen

Eine Grafikkarte darf nicht unbegrenzt Strom verbrauchen. Jedes Modell besitzt einen bestimmten Leistungsrahmen, innerhalb dessen die GPU arbeiten soll. Nähert sie sich diesem Power Limit, kann sie nicht einfach immer mehr Spannung aufnehmen und den Takt beliebig weiter erhöhen. Genau hier kann der Boost enden, obwohl die Temperatur noch vollkommen in Ordnung aussieht.

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Das ist zunächst kein Fehler. Eine Grafikkarte, die unter voller Last ihr vorgesehenes Power Limit erreicht und dabei die erwartete Spieleleistung liefert, arbeitet grundsätzlich so, wie der Hersteller es vorgesehen hat. Manche Custom-Modelle besitzen ein höheres Power Limit und können dadurch unter bestimmten Bedingungen etwas mehr Boost-Spielraum haben, andere sind stärker auf Effizienz ausgelegt.

Du solltest das Power Limit deshalb nicht automatisch erhöhen, nur weil du irgendwo einen höheren MHz-Wert gesehen hast. Mehr Leistungsaufnahme bedeutet nicht automatisch entsprechend mehr FPS. Gerade bei modernen GPUs können zusätzliche 30 oder 50 Watt erstaunlich wenig zusätzliche Spieleleistung bringen, während Temperatur und Lüfterlautstärke deutlich steigen.

So erkennst du, ob die Temperatur deine GPU ausbremst

Temperatur ist der zweite große Kandidat. Dabei würde ich mich aber nicht an einer einzelnen Zahl festbeißen. Eine Grafikkarte darf warm werden und unterschiedliche Modelle haben unterschiedliche Temperaturziele. Viel interessanter ist die Frage, was mit deinem Takt passiert, während die GPU immer wärmer wird.

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Angenommen, deine Grafikkarte startet ein Spiel mit 2.600 MHz. Nach zehn Minuten liegt sie bei 2.520 MHz und bleibt dort ziemlich stabil. Das kann völlig normales Boost-Verhalten sein. Wenn der Takt dagegen mit steigender Temperatur immer weiter absinkt, beispielsweise von 2.600 auf 2.300 und später auf 1.900 MHz, während gleichzeitig deine FPS schlechter werden, lohnt sich ein genauer Blick auf die Kühlung.

Prüfe dann zuerst die einfachen Dinge. Drehen sich alle GPU-Lüfter? Ist der Kühlkörper voller Staub? Bekommt das Gehäuse genug Frischluft oder staut sich die warme Luft rund um die Grafikkarte? Ein kurzer Test mit geöffneter Seitenwand kann bereits einen Hinweis geben. Wird die GPU damit deutlich kühler und hält gleichzeitig höhere Taktraten, solltest du dir den Airflow im Gehäuse genauer ansehen.

Staub und schlechter Airflow sind langweilig, aber realistisch

Bei einem PC, der seit zwei oder drei Jahren unter dem Schreibtisch steht, würde ich tatsächlich einmal hineinsehen. Ein mit Staub zugesetzter Kühlkörper oder ungünstige Gehäusebelüftung kann dafür sorgen, dass die Grafikkarte ihre Temperaturgrenzen schneller erreicht. Das fällt vor allem dann auf, wenn sie früher problemlos höher taktete und sich das Verhalten über Monate langsam verschlechtert hat.

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Ich würde deshalb aber nicht sofort die Grafikkarte zerlegen. Wärmeleitpaste erneuern oder Wärmeleitpads austauschen wäre für mich viel weiter hinten auf der Liste. Reinige zunächst Staubfilter und Lüfter, prüfe den Airflow und beobachte anschließend noch einmal Temperatur und Takt unter derselben Last. Wenn sich dort bereits etwas verändert, hast du einen ziemlich guten Hinweis auf die Ursache.

Ein altes Tuning-Profil kann dir dazwischenfunken

Eine andere Ursache ist erstaunlich banal: Irgendwann wurde an der Grafikkarte herumgespielt und niemand denkt mehr daran. Vielleicht hast du vor Monaten ein Undervolting ausprobiert, in MSI Afterburner das Power Limit verändert oder in AMD Adrenalin ein eigenes Spieleprofil gespeichert. Solche Einstellungen können auch später noch aktiv sein und genau das Verhalten verursachen, das du gerade untersuchst.

Für eine saubere Fehlersuche würde ich deshalb zunächst auf die Werkseinstellungen zurückgehen. Setze MSI Afterburner zurück, deaktiviere eigenes GPU-Tuning und prüfe anschließend denselben Benchmark oder dieselbe Stelle im Spiel noch einmal. Wenn die Grafikkarte danach plötzlich wieder normal boostet, musst du nicht weiter nach einem Hardwaredefekt suchen.

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Das gilt übrigens auch für Undervolting. Weniger Spannung ist nicht grundsätzlich schlecht und ein gutes Undervolting kann sogar helfen, hohe Taktraten effizienter zu halten. Wurde die Spannung allerdings zu aggressiv reduziert oder die Takt-Spannungs-Kurve ungünstig eingestellt, kann sich das Verhalten der GPU verändern. Zum Testen sollte deshalb immer zuerst der Standardzustand herhalten.

Gaming PC Innenleben: Grafikkarte und Co

Die Grafikkarte taktet nicht hoch? Hier findest du hilfreiche Tipps. – Bild von David Bares auf Pexels

Vergleichst du überhaupt mit dem richtigen Boost-Takt?

Auch das klingt banal, passiert aber häufig. Eine RTX 5070 ist nicht automatisch identisch mit jeder anderen RTX 5070. Hersteller verkaufen unterschiedliche Custom-Modelle mit eigenen Kühlern, BIOS-Versionen, Power Limits und teilweise ab Werk verändertem Boost-Takt. Selbst zwei Karten mit demselben Grafikchip müssen deshalb unter realen Bedingungen nicht exakt gleich takten.

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Schau deshalb nach der vollständigen Modellbezeichnung deiner Karte. Nicht nur „RTX 5070“ oder „RX 9070 XT“, sondern Hersteller und genaue Variante. Manche Modelle besitzen zusätzlich einen Silent- und einen Performance-Modus, der über einen kleinen BIOS-Schalter auf der Grafikkarte gewählt wird. Auch das kann einen Unterschied bei Lüfterkurve, Power Limit und gehaltenem Boost machen.

Vergleiche außerdem ähnliche Bedingungen. Ein kurzer Peak von 2.700 MHz direkt nach dem Start eines Benchmarks ist nicht dasselbe wie der Takt, den die Karte nach 30 Minuten Gaming stabil hält. Für die Praxis interessiert mich immer mehr der dauerhaft gehaltene Takt als der höchste Wert, der für eine Sekunde im Monitoring auftaucht.

Warum taktet die GPU im Spielmenü plötzlich herunter?

Weil sie dort meistens weniger Arbeit hat. Du spielst gerade mit 2.600 MHz, öffnest das Pausemenü und plötzlich stehen nur noch 1.300 oder 1.500 MHz im Overlay. Das wirkt zunächst merkwürdig, ist aber in den meisten Fällen genau das Verhalten, das du von einer modernen Grafikkarte haben möchtest.

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Weniger Arbeit bedeutet weniger benötigte Leistung. Die GPU reduziert Takt und Spannung, verbraucht weniger Strom und produziert weniger Wärme. Dasselbe passiert auf dem Windows-Desktop, beim Surfen oder beim Anschauen eines Videos. Der maximale Boost ist kein Dauerzustand, den eine Grafikkarte permanent halten muss.

GPU-Auslastung und Takt springen gleichzeitig? Dann liegt das Problem vielleicht woanders

Vielleicht sieht dein Problem so aus: Die Grafikkarte läuft einige Sekunden mit hohem Takt, fällt dann plötzlich ab und boostet kurz darauf wieder. Gleichzeitig springt auch die GPU-Auslastung von 98 auf 60 oder 40 Prozent. In diesem Fall würde ich den niedrigen Takt zunächst nicht als Ursache betrachten, sondern eher als Reaktion auf die wechselnde Auslastung.

Wenn die GPU plötzlich weniger Arbeit bekommt, benötigt sie auch nicht mehr denselben Takt. Genau dieses Verhalten behandeln wir ausführlich in unserem Artikel „GPU-Auslastung schwankt stark? Darum brechen deine FPS plötzlich ein“. Dort geht es darum, warum CPU-Limits, VRAM, Shader-Kompilierung oder das Nachladen von Daten die GPU-Auslastung kurzfristig einbrechen lassen können.

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Das ist eine wichtige Unterscheidung. Wenn der GPU-Takt sinkt, weil die Auslastung vorher eingebrochen ist, musst du nicht versuchen, den Boost zu reparieren. Du musst herausfinden, warum die Grafikkarte plötzlich weniger Arbeit bekommt.

Ein CPU-Limit lässt sich nicht mit mehr GPU-Takt lösen

Genau hier wird häufig an der falschen Stelle optimiert. Deine GPU läuft mit 60 oder 70 Prozent Auslastung und boostet nicht besonders hoch. Also erhöhst du in MSI Afterburner den GPU-Takt oder das Power Limit und hoffst auf mehr FPS. Wenn aber die CPU bereits der eigentliche Flaschenhals ist, wird das kaum etwas bringen.

Die Grafikkarte wartet weiterhin auf neue Arbeit. Noch mehr theoretische GPU-Leistung ändert daran nichts. Ein einfacher Test ist eine deutlich niedrigere Auflösung: Steigen deine FPS kaum, obwohl die Grafikkarte plötzlich viel weniger Pixel berechnen muss, war sie wahrscheinlich vorher gar nicht das Hauptlimit.

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Das ist auch der Grund, warum manche Spieler nach einem Grafikkarten-Upgrade enttäuscht sind. Eine wesentlich schnellere GPU bringt wenig, wenn die CPU in genau den Spielen und Einstellungen limitiert, die du verwendest. Für mehr FPS muss immer die Komponente schneller werden, die gerade tatsächlich bremst.

Kann das Netzteil schuld sein?

Kann es, aber ich würde dort nicht anfangen. Im Internet wird bei ungewöhnlichem GPU-Verhalten erstaunlich schnell das Netzteil verdächtigt. Ein zu schwaches, defektes oder falsch angeschlossenes Netzteil kann natürlich Probleme verursachen, typische Symptome sind aber eher Abstürze, Abschaltungen oder Instabilität unter hoher Last.

Ein etwas niedrigerer Boost-Takt alleine beweist kein Netzteilproblem. Prüfe vorher GPU-Auslastung, Power Limit, Temperatur und vorhandene Tuning-Profile. Wenn der gesamte Rechner unter hoher Last ausgeht, der Grafiktreiber ständig abstürzt oder das Problem erst nach dem Einbau einer deutlich leistungsstärkeren GPU begonnen hat, wird die Stromversorgung als Ursache wesentlich interessanter.

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Und wann sollte ich den Grafiktreiber neu installieren?

Auch das wäre bei mir nicht der erste Schritt. Hat das Problem direkt nach einem NVIDIA-, AMD- oder Intel-Treiberupdate begonnen, ist der Treiber selbstverständlich ein möglicher Kandidat. Tritt es außerdem nur in einem einzigen Spiel auf, würde ich zunächst nach bekannten Problemen mit genau dieser Kombination aus Spiel und Treiberversion suchen.

Wenn dagegen jedes Spiel seit Monaten denselben ungewöhnlich niedrigen Takt zeigt, bringen dir fünf Neuinstallationen wahrscheinlich wenig. Ein Grafiktreiber behebt keinen zugesetzten Kühler und verändert auch kein dauerhaft erreichtes Power Limit. Genau deshalb lohnt sich zuerst der Blick auf die Messwerte.

So würde ich herausfinden, warum die Grafikkarte nicht hoch taktet

Mach die Fehlersuche nicht komplizierter als nötig. Nimm ein Spiel oder einen Benchmark, der deine GPU zuverlässig stark auslastet, und beobachte Auslastung, Takt, Temperatur und Leistungsaufnahme gleichzeitig. Teste möglichst immer unter denselben Bedingungen, damit du Veränderungen tatsächlich vergleichen kannst.

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  1. GPU-Auslastung deutlich unter 90 Prozent: FPS-Limit, V-Sync oder CPU-Limit prüfen.
  2. GPU bei 98 bis 100 Prozent und am Power Limit: Der Boost kann durch die erlaubte Leistungsaufnahme begrenzt sein.
  3. Takt sinkt deutlich mit steigender Temperatur: Kühlung und Airflow kontrollieren.
  4. Nach dem Zurücksetzen von Afterburner oder Adrenalin ist alles normal: Ein Tuning-Profil war die Ursache.
  5. GPU-Auslastung und Takt springen gemeinsam: Zuerst untersuchen, warum die GPU-Auslastung schwankt.

Mit diesen wenigen Informationen kannst du die meisten Fälle bereits recht gut einordnen. Das ist wesentlich sinnvoller, als zehn Einstellungen gleichzeitig zu verändern und anschließend nicht mehr zu wissen, welche davon überhaupt einen Effekt hatte. Ändere bei der Fehlersuche immer nur eine Sache und teste danach erneut.

Wie viel GPU-Takt ist eigentlich normal?

Darauf gibt es leider keine Zahl, die für jede Grafikkarte gilt. Zwei Karten mit demselben Grafikchip können sich durch Kühler, BIOS, Power Limit und Temperatur unterschiedlich verhalten. Selbst zwei Exemplare desselben Modells müssen unter identischen Bedingungen nicht permanent exakt denselben Takt anzeigen.

Wegen 50 oder 100 MHz Unterschied würde ich deshalb nicht nervös werden. Wenn deine Grafikkarte unter voller Last dauerhaft mehrere hundert Megahertz unter vergleichbaren Ergebnissen desselben Modells liegt und deine Spiele gleichzeitig messbar langsamer laufen, lohnt sich die Suche nach der Ursache. Erst dann haben wir mehr als nur eine Zahl im Monitoring, die nicht ganz dem Datenblatt entspricht.

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Der höchste Boost-Takt ist nicht das eigentliche Ziel

Am Ende kaufst du eine Grafikkarte nicht wegen einer möglichst hohen MHz-Anzeige. Du möchtest stabile FPS, vernünftige Frametimes und möglichst wenig unnötige Lautstärke. Eine GPU, die beispielsweise mit 2.450 MHz konstant, kühl und stabil läuft, kann dir ein besseres Ergebnis liefern als eine Karte, die kurz auf 2.600 MHz springt und anschließend ständig zwischen Temperatur- und Power-Limit pendelt.

Wenn deine Grafikkarte nicht den erwarteten Takt erreicht, prüfe deshalb zuerst, ob sie überhaupt vollständig ausgelastet ist. Danach kommen Power Limit und Temperatur, erst anschließend würde ich mich mit Tuning-Profilen, Treibern oder einem möglichen Hardwareproblem beschäftigen. So weißt du am Ende nicht nur, dass deine GPU niedriger taktet, sondern auch warum.

Wenn es dir weniger um den MHz-Wert und mehr um zusätzliche Spieleleistung geht, findest du in unserem Ratgeber für mehr FPS am PC die Einstellungen, die im Alltag häufig wesentlich mehr bringen als ein paar zusätzliche Megahertz GPU-Takt.

Fragen & Antworten

  • Diese Fragen wurden geklärt
  • Warum erreicht meine Grafikkarte den angegebenen Boost-Takt nicht?
    Der GPU-Takt wird dynamisch geregelt. Auslastung, Power Limit, Temperatur und das jeweilige Spiel beeinflussen, welcher Takt tatsächlich anliegt. Ein beworbener Boost-Wert muss deshalb nicht dauerhaft im Monitoring stehen.
  • Warum taktet meine GPU trotz niedriger Temperatur nicht hoch?
    Dann solltest du die GPU-Auslastung prüfen. Ein FPS-Limit, V-Sync oder CPU-Limit kann dafür sorgen, dass die Grafikkarte nicht vollständig ausgelastet wird und deshalb keinen höheren Takt benötigt.
  • Warum ist meine GPU zu 99 Prozent ausgelastet, taktet aber niedrig?
    In diesem Fall solltest du vor allem Power Limit, Temperatur und vorhandene Tuning-Einstellungen kontrollieren. Hohe Auslastung bei ungewöhnlich niedrigem Takt ist wesentlich interessanter als ein niedriger Takt bei geringer GPU-Auslastung.
  • Kann MSI Afterburner den GPU-Takt begrenzen?
    Ja. Veränderte Power-, Takt- oder Spannungswerte beeinflussen das Boost-Verhalten. Setze Afterburner testweise auf die Standardwerte zurück und vergleiche anschließend denselben Benchmark oder dieselbe Spielsituation.
  • Ist ein niedriger GPU-Takt auf dem Windows-Desktop normal?
    Ja. Ohne anspruchsvolle 3D-Last reduziert eine moderne Grafikkarte ihren Takt deutlich, um Stromverbrauch, Temperatur und Lüftergeräusch zu senken.
  • Kann ein CPU-Limit verhindern, dass meine Grafikkarte boostet?
    Indirekt ja. Wenn die CPU nicht schnell genug neue Arbeit liefert, sinkt die GPU-Auslastung. Dadurch besteht für die Grafikkarte auch kein Grund, dauerhaft ihren maximal möglichen Boost-Takt zu verwenden.

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